Neu

Was heißt denn hier Neu?

Neugierige kosten ein Appetithäppchen, Stammgäste können auf einen Blick erkennen, ob einzelne Haiku, Tanka, Haiga oder Haibun von Georges oder Gabriele Hartmann neu veröffentlicht wurden, welches neue Buch der bon-say-verlag gerade herausgegeben hat, ob schon eine Rezension erstellt wurde und vieles mehr.

Allerdings ist nach spätestens drei Monaten auch das Neue nicht mehr neu genug und wird aus dieser Auflistung verschwinden.

Welche Veranstaltung man sich vormerken sollte, sehen Sie unter Termine.

Tipps:
Öfter mal reinschauen, damit Sie nichts verpassen.

Und wenn Sie gerne weitere Haiku, Tanka & Co lesen wollen, klicken Sie unter Verlag die Buchcover an. Dort sind Leseproben und Rezensionen hinterlegt. Und alle Haiga finden Sie unter Markt.

Viel Vergnügen wünscht

Gabriele Hartmann

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neu am 15. August 2021
ein Tanka-Haiga von Gabriele Hartmann

mein Kater


mein Kater
denkt, ich seh ihn nicht –
geradeso
wie die Maus im Gras
die er mir gleich bringen wird

erst bei einunddreissig.net; Hrsg. Dr. Tony Böhle

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neu am 15. August 2021
ein Tanka von Gabriele Hartmann

mein nächtlicher Gast …
was er mir hinterließ
am Morgen?
nichts – als den Abdruck
seiner Zähne im Käse

erst bei einunddreissig.net; Hrsg. Dr. Tony Böhle

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neu am 15. August 2021
ein Tanka-Tanbun von Gabriele Hartmann

sicher
Tanka-Tanbun

er liebt mich
– da bin ich sicher –

denn als ich gerade auf einem wackeligen Stuhl stand,
mich aus dem Speicherfenster beugte,
um dessen Rahmen von außen zu lasieren,
hielt er mich ganz fest
umschlungen

und weiß doch nicht
zu deuten sein: „früher
waren meine Arme länger“

erst bei einunddreissig.net; Hrsg. Dr. Tony Böhle

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neu am 15. August 2021
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Steingut
in Mutters Stimme
ein tiefer Ton

erst: Haiku-Heute, Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 15. August 2021
ein Haiga von Gabriele Hartmann

gurrende Tauben



gurrende Tauben
zwischen Erde & Himmel
Romeos Leiter

erst: Haiku-Heute, Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 4. August 2021
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Schauer
eine Amsel erzählt
ihre Version


erst: Kukai 24; Hrsg. Stefan Wolfschütz

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neu am 1. August 2021
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Zitronenfalter
ich bin einer
von ihnen


erst: Haiga im Focus; Hrsg. Claudia Brefeld

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neu am 1. August 2021
zwei Haiga von Gabriele Hartmann

Schatzinsel

unter einer Decke
kartieren wir die
Schatzinsel

erst: Haiga im Focus; Hrsg. Claudia Brefeld

Schauer


Schauer
auf dem Tisch
ein ungelöstes Rätsel


erst: Haiga im Focus; Hrsg. Claudia Brefeld

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neu am 15. Juli 2021
ein Haiga von Gabriele Hartmann

Forelle Blau

Forelle blau
ich schiebe meinen Teller
zurück

erst: Haiku-Heute, Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 15. Juli 2021
4 Haiku von Gabriele Hartmann

New Dawn® eine Spinne seilt sich ab

ich, eine Wolke
in meinem Schatten wandern
Ameisen

erst: Haiku-Heute, Hrsg. Dr. Volker Friebel

und

Duft von Kaffee
und frischen Brötchen …
Goliath erwacht

hat sich erhoben
der Rabe – sein Schrei verbindet
die Dörfer

Haiku-Heute Leser*Innen-auswahl (Juni)

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neu am 10. Juli 2021
4 Haiku von Georges Hartmann

Leblose Nässe.
Der Nebel im Kleingarten
greift jetzt auch nach mir.

Die Träume vom Glück
gleichen den Blättern im Herbst,
erst farbig, dann welk.

Im Dunkel der Nacht
das Echo meiner Schritte
von den Hauswänden.

Feine Schleier
ziehen über die Felder.
Erstes Laub fällt.

erst: „Die Sonne reifer Äpfel“ – Anthologie
Hrsg.: Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V

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neu am 10. Juli 2021
1 Haibun von Georges Hartmann

Die letzte Leitersprosse
Haibun

Ich stehe auf der letzten Leitersprosse und lasse die höhere Sichtweise auf mich einwirken. Mit den Händen streiche ich über den mit Moos bewachsenen Ast und überlege, dass so ein Baum, wie alles andere Pflanzliche auch, vom ersten bis zum letzten Moment an derselben Stelle steht. Ich schaue in die Baumkrone und frage mich leise, wie er das aushält, ohne am Leben zu verzweifeln, ohne zu wissen, was ein kanadischer Mammutbaum dem mickrigen Frankfurter Zwetschgenbaum alles erzählen könnte. Es gibt keine Antwort auf diese Frage, kein bedeutungsvolles Raunen in den Blättern, kein Kribbeln in der nun ruhig am Stamm liegenden Handfläche.

Vom alten Ahorn
auf dem Weg zum Bergsee
stammt das Laub im Brief

erst: „Die Sonne reifer Äpfel“ – Anthologie
Hrsg.: Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V


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neu am 10. Juli 2021
4 Haiku von Gabriele Hartmann

Kirschblüten
im Wind – die Choreografie
vor seinem Vielleicht

Ikebana
ich stemme mich
gegen den Sturm

verknotete Fäden
wir spulen die Zeit
zurück

Frau Luna wacht
mit schmalem Auge
grüße ich zurüc

erst: „Die Sonne reifer Äpfel“ – Anthologie
Hrsg.: Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.

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neu am 10. Juli 2021
1 Haibun von Gabriele Hartmann

In der Hölle
Haibun

Zum vierten Mal verbringen wir unseren Urlaub nun schon hier, haben die Hölle aber erst im zweiten Jahr entdeckt. Die Hölle – ein Weingut außerhalb der Ortschaft, inmitten der Reben, nah den lebensfeindlichen Salzlaken, unweit des Neusiedler Sees. Im vergangenen Jahr waren wir öfter dort, nicht täglich, aber immer, wenn unsere Tour einen Abstecher zuließ.

Gründe, wieder und wieder dorthin zu fahren, gab es viele. Einfaches Essen, ehrlicher Wein, das faltige Gesicht der Wirtin voller Würde und Gelassenheit, eine wachsende Hühnerschar, die neben und unter den Bänken pickte und in einem Sessel Eier legte. Gerade waren Küken geschlüpft. Sechs kräftige Vögelchen drängten sich in einer Kiste zusammen, ein kleineres kauerte der Gruppe gegenüber, das linke Beinchen schlaff. Fraß nichts von dem reichlich vorhandenen Körnerfutter, selbst dann nicht, wenn die Wirtin es zu füttern versuchte. Wenn aber der Winzer es in seiner großen Hand barg und mit der Fliegenklatsche für Frischkost sorgte, dann langte es kräftig zu. „Mal sehen“, meinte die Wirtin auf meine Frage nach den Überlebenschancen.

Nun also zum vierten Mal. Gleich die erste Tour führt uns in die Hölle. Wir werden mit Handschlag begrüßt, der Sämling 88 erinnert entfernt an einen Müller-Thurgau und alles ist wie immer. Ich zähle die Hühner, suche nach einem, das vielleicht ein bisschen kleiner ist, als die anderen und frage schließlich. „Sollte nicht sein“, bedauert die Wirtin.

unser tägliches Brot …
mit glänzenden Augen
teilen

erst: „Die Sonne reifer Äpfel“ – Anthologie
Hrsg.: Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.


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neu am 1. Juli 2021
ein Haiga von Gabriele Hartmann

abstrakte Nomen

abstrakte Nomen
am Horizont seiner Augen
ein leichtes Beben

erst: Haiga im Focus
Hrsg. Claudia Brefeld

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neu am 1. Juli 2021
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Gewitterwolken
wir finden uns
im Heu

erst: Kukai24, Hrsg. Stefen Wolfschütz

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neu am 1. Juli 2021
eine Rezension von Brigitte ten Brink zu tango


Gabriele Hartmann schreibt, malt und fotografiert im Westerwald. Sie ist nicht nur eine scharfsinnige Beobachterin und geistreiche Autorin, die sich dem Verfassen von Lyrik und Prosa in japanischer Tradition verschrieben hat, sondern eine ebenso phantasievolle und einfallsreiche Malerin, mit immer wieder neuen Gestaltungsideen für ihre Bücher. Und so ist auch dieses Buch zu einem kleinen Gesamtkunstwerk geworden. Da wäre als erstes das Format zu nennen – 21 cm Breite auf 10 cm Höhe, das Drittel einer DIN A4 Seite sozusagen. Durch die Ringbindung lässt es sich gut durch die etwas mehr als 100 Seiten blättern. Das Cover in rot und schwarz ist ein Hingucker. In der linken, unteren Ecke etwas, das an eine Spinne erinnert, mit kleinen weiß- blau gesetzten Akzenten. Die Schriftzüge sind in Schwarz und Rot gehalten und den im Titel angekündigten Inhalten entsprechend in Kleinschreibung und nicht alltäglicher Schreibweise – ein kleiner Vorgeschmack auf das, was den Leser im Innern des Buches erwartet. So wird aus Gabriele Hartmann gabrielehartmann und hiq ist im Prinzip nichts anderes als ha/i/ku, also Haiku. Natürlich handelt es sich bei den hiq nicht um Haiku im traditionellen, klassischen Sinn. Es sind sehr moderne Haiku, die die herkömmlichen Haiku-Regeln außer Acht lassen und sich neue Regeln schaffen, die meines Erachtens auch über das Gendai-Haiku, wie das moderne Haiku bezeichnet wird, hinausgehen. Hier tun sich neue lyrische Dimensionen auf, kreativ und innovativ und außergewöhnlich, aber immer auf den Haiku-Grundpfeilern ruhend, die da sind Kürze, Konkretheit, Gegenwärtigkeit und Offenheit.

Schon im Titel wird somit deutlich, um was es der Autorin geht: die Dinge etwas anders zu sehen, Worte und Sätze gegen den Strich zu bürsten, sie in ungewöhnlicher Form zusammenzuschreiben, ohne die Wortgrenzen zu beachten, ihnen immanente Begriffe herauskitzeln und so neue Sinnhaftigkeiten entstehen zu lassen. Und das auf eine sehr ernsthafte aber gleichzeitig spielerische Art und Weise. Es muss schon mal um die Ecke gedacht werden, wenn philosophische, physikalische, kosmische oder andere Begriffe aus der Wissenschaft plötzlich in trauter Zweisamkeit dicht an dicht stehen, im Engtanz mit dem Alltäglichen verschmelzen. „engtanz“, abgeleitet vom Buchtitel „tango“, welcher ja ein Engtanz ist, heißt deshalb auch das erste Kapitel mit den hiq.

armalcolitamendederbracheeinneueswort (S. 8)

stringtheoriewasunsseitheutenachtverbindet (S. 39)

trappist1unterobservanzentfernterverwandter (S. 65)

Zugegeben, hin und wieder muss schon nachgeschlagen werden, weil der ein oder andere Begriff nicht so geläufig ist. Doch es macht einen Riesenspaß und hat nebenbei auch einen Lerneffekt, die einzelnen Ausdrücke aus dem engtanz zu separieren, so dem hiq auf die Spur zu kommen, sich von der Aussagekraft überwältigt zu fühlen und von dem Bedeutungsinhalt berühren zu lassen.

Das zweite Kapitel trägt die Überschrift „11entanz“. Hier handelt es sich um die im Buchtitel angekündigten Wortspiele. Sie sind nicht immer auf den ersten Blick zu durchschauen, deshalb freut man sich umso mehr, wenn es gelungen ist, Gabriele Hartmanns trickreiche Spielereien zu entziffern, vielleicht kann man es sogar zu enträtseln nennen. Bemerkenswert ist jedoch der stets vorhandene existentielle Hintergrund ihrer Hiq und ihrer Wortspiele.

Gabriele Hartmann verwendet in diesem Kapitel verschiedene Methoden für ihre Wortspielereien.

Einmal spielt sie mit dem Austausch von Buchstaben oder der Streichung von Worten, so dass ein neuer Sinn entsteht.

. g
al orythmusersteausfallerscheinungen (S. 74)
. k

ich will dass alles bleibt wie es ist (S. 75)

Dann spielt sie mit der wörtlichen Bedeutung von Zahlen all1indern8er3stemichamglückzu2feln (S.80)
oder mit dem Herausfiltern von weiteren Worten innerhalb eines Satzes oder eines Wortes. nursoNEIDee (S. 86)
humANIMAListisch (S.101)

Die Hinterlegung jeder Seite mit dem Wort tango, in großen ganz hellgrauen Buchstaben geschrieben und die Wiederaufnahme des Spinnenmotives vor dem Beginn der beiden Kapitel, bringt Lebendigkeit in das Buch und auf die Seiten. Eine sehr schöne Gestaltungsidee, die das Werk abrundet.

tango

Mehr zu tango finden Sie hier.

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neu am 25. Juni 2021
ein Buch von Georges Hartmann

Winterlinge

Und wo sind jetzt die all schönen Beiträge vor dem 25. Juni 2021?

Die waren nicht mehr neu genug für NEU.

Tipp:

Alle veröffentlichten Haiga finden Sie unter Markt / Haiga: https://bon-say.de/haiga/

und alle herausgegebenen Bücher mit ihren Rezensionen unter Verlag / Genre / Alle: https://bon-say.de/genre/

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Viel Freude beim Stöbern wünscht

Gabriele Hartmann