Neu



Was heißt denn hier Neu?

Neugierige kosten ein Appetithäppchen, Stammgäste können auf einen Blick erkennen, ob einzelne Haiku, Tanka, Haiga oder Haibun von Georges oder Gabriele Hartmann neu veröffentlicht wurden, welches neue Buch der bon-say-verlag gerade herausgegeben hat, ob schon eine Rezension erstellt wurde und vieles mehr.

Allerdings ist nach spätestens drei Monaten auch das Neue nicht mehr neu genug und wird aus dieser Auflistung verschwinden.

Welche Veranstaltung man sich vormerken sollte, sehen Sie unter Termine.

Tipps:
Öfter mal reinschauen, damit Sie nichts verpassen.

Und wenn Sie gerne weitere Haiku, Tanka & Co lesen wollen, klicken Sie unter Verlag die Buchcover an. Dort sind Leseproben und Rezensionen hinterlegt. Und alle Haiga finden Sie unter Markt.

Viel Vergnügen wünscht

Gabriele Hartmann

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neu am 1. Dezember 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

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Kartoffelfeuer
ihre Augen verlangen
nach mehr


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erst: Haiku-Agenda 2023; Hrsg. Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.

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neu am 1. Dezember 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

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erster Wintermond
unter dem Leinentuch wächst
der Hefeteig


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erst: kukai24.de (Platz 1); Hrsg. Stefan Wolfschütz

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neu am 19. November 2022

Vernissage in der Kreisverwaltung Altenkirchen
am 10.11.2022
und Lesung von Gabriele Hartmann
aus ihrer preisgekrönten Geschichte „BLUTMOND
verpasst?

hier ist der Link zum Video:

https://youtu.be/iwawwwz4eAg 

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erst am 1. Dezember 2022
ein Haiga von Gabriele Hartmann

ewiges Licht

ewiges Licht
laut Akten
Verfahren eingestellt


erst Haiga im Focus.de, Hrsg. Claudia Brefeld

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neu am 15. November 2022
ein Haiga von Gabriele Hartmann

unter Dornen

unter Dornen
unser Weg – mit Heckenscheren
schreiten wir aus

erst auf haiku-heute.de; Hrsg. Dr. Volker Frioebel

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Neu am 15. November 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Kartoffelfeuer
ihre Augen verlangen
nach mehr


erst Haiku-Agenda 2023; Hrsg. Deutsche Haiku Gesellschaft e. V.

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neu am 15. November 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Strichcode wir improvisieren auf den schwarzen Tasten

erst bei haiku-heute.de; Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 1. November 2022
5 Haiku von Georges Hartmann

Hinter den Gardinen
liegt das Haus in Stellung.
Die Neuen zieh’n ein

Bierbüchsen verwittern
anstelle von Schatztruhen
nah der Donau

Dem Lied der Donau
einen Tag lang zugehört
und viel begriffen

Von so manchem Traum
bleibt nur die Erinnerung.
Schnee schmilzt auf der Hand

Susis Karriere:
Saftgulasch vom Weiderind
im Nobel-Hotel


erschienen in „Lotosblüte 2022“;
Hrsg.: Österreichische Haiku Gesellschaft, Petra Sela

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neu am 1. November 2022
1 Haiga von Gabriele Hartmann

streng verboten


streng verboten
die staubigen Schuhe
des Reisenden

erschienen in „Lotosblüte 2022“;
Hrsg.: Österreichische Haiku Gesellschaft, Petra Sela

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neu am 1. November 2022
1 Haibun von Gabriele Hartmann


Tauch-Gang
Haibun

auch auf dieser Reise
lehne ich dann und wann den Kopf
an Bashôs Schulter

Laternen und Statuen verführen zum Schweigen. Trittsteine geleiten am Wasserfall vorbei hinauf zum Teehaus. Schließlich empfängt mich

Stille …
unter Moos geborgen
Spuren der Zeit

erschienen in „Lotosblüte 2022“;
Hrsg.: Österreichische Haiku Gesellschaft, Petra Sela

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neu am 1. November 2022
5 Haiku von Gabriele Hartmann

Forelle blau
ich schiebe meinen Teller
zurück

Passau – Wien
unter mir das Surren
meines Schattens

schäumende Gischt
du leckst das Salz
von meinen Lippen

Utopien –
seine Stirn gezeichnet von den
Spätnachrichten

Heiliger Abend
einer bricht
die Waffenruhe


erschienen in „Lotosblüte 2022“;
Hrsg.: Österreichische Haiku Gesellschaft, Petra Sela

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neu am 15. November 2022
ein Tanka von Gabriele Hartmann

Knoten entwirren –
wie ich dich kenne
mit Geduld …
in einer hübschen Schachtel
heb‘ ich die Meinen für dich auf


erst: einunddreissig.net; Hrsg: Dr. Tony Böhle

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neu am 15. November 2022
ein Tanka-Haiga von Gabriele Hartmann

von einer Spindel



von einer Spindel
wickele ich Großmutters
Geschichten
und frage mich warum
der Tod selbst Helden droht

erst: einunddreissig.net; Hrsg: Dr. Tony Böhle

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neu am 15. November 2022
ein Tanka-Haibun von Gabriele Hartmann



das Ticken


Boccaccio betrachtet das Ding: grau, flach, der Sonne zugeneigt. Nach einiger Zeit tritt er einen Schritt zurück, legt den Kopf schief. Sein Blick folgt einem Kabel. Da ist eine Verbindung zu den schmalen Bändern, die seine Welt mit einem Ticken umgeben. Die ihn schon einmal erschreckt haben. Damals, als er zu Olga wollte. Er hatte es dann noch ein zweites Mal versucht. Das tiefe Erschrecken hatte sich wiederholt. Da hat er es aufgegeben. Dieses Erschrecken – das braucht er nicht. Doch da ist diese tiefe Sehnsucht.
Das Ding. Ob es wohl etwas mit dem Ticken zu tun hat? Mit dem Erschrecken? Er tritt wieder einen Schritt vor, noch einen, tritt das Ding um, reißt dabei das Kabel heraus, schnaubt, steht ganz still, lauscht. Das Ticken hat aufgehört. Zögernd verharrt er vor den Bändern. Ob sie ihn wieder erschrecken werden? Er nimmt Anlauf, senkt den Kopf, stürmt los …

die Schlagzeile
„Liebestoller Bulle“
elektrisiert mich –
mein Handy klingelt: DU!
… ja, gerne … jetzt gleich?!

erst: einunddreissig.net; Hrsg: Dr. Tony Böhle

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neu am 15. November 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Strichcode wir improvisieren auf den schwarzen Tasten

erst: haiku-heute.de; Hrsg.: Dr. Volker Friebel

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neu am 15. November 2022
ein Haiga von Gabriele Hartmann

unter Dornen
unser Weg – mit Heckenscheren
schreiten wir aus


erst: haiku-heute.de; Hrsg.: Dr. Volker Friebel

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neu am 1. November 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Fallobst
wer ich einst war und
wer ich einst bin


erst: Kukai 24; Hrsg. Stefan Wolfschütz

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neu am 1. November 2022
ein Haiga von Gabriele Hartmann

Herbstanfang 22

Herbstanfang
mein Schatten wechselt
die Tonart

erst: Haiga im Focus; Hrsg. Claudia Brefeld

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neu am 1. November 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

angekettet …
meine Augen folgen
der Spur der Schwäne


erst: Haiga im Focus, Hrsg. Claudia Brefeld

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neu am 29. Oktober 2022
ein Haiku von Georges Hartmann

Braunäugig blinzelt
aus stacheliger Schale
die Kastanie

auf Reklamekasper Hrsg.: Norbert Kraas

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neu am 15. Oktober 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

ein Schwan
und seine Spur im Schlamm
wir vergeben der Welt


erst: Haiku-heute.de; Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 1. Oktober 2022

Wolkenschatten

Wolkenschatten
während du schläfst
ein tieferer Ton

erst: Haiga im Focus, Hrsg. Claudia Brefeld

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neu am 1. Oktober 2022

Zugvögel
ich schiebe meinen Koffer
in den Wind


erst: Kukai24.de, „Reiselust“; Hrsg. Stefan Wolfschütz

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neu am 1. Oktober 2022

Morgennebel
die Herde kommt
und geht


erst auf haiku24.de und im Haiku-Kalender 2023; Hrsg. Stefan Wolfschütz

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neu am 15. September 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

nach dem Gewitter
die Amsel
unplugged


erst: haiku-heute.de; Hrsg. Dr. Volker Friebel
Gabriele erreichte mit „unplugged“ einen der zweiten Plätze

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neu am 15. September 2022
ein Haiku von Gabriele Hartmann

Lehm & Steine
ich siebe den Fluch aus meinen
Gedanken


erst: haiku-heute.de; Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 1. September 2022
Sommergras 138 KreAktiv

„Ich ging im Walde so für mich hin …“. Zu einer Art lyrischem Spaziergang hatten wir Sie eingeladen, und eines der Ziele sollte sein: ein Haiku. Kurzum: Ein Haiku zum Thema Wald hatten wir erbeten, und nach kurzem Rauschen im Blätterwald flatterten 24 Haiku in die Redaktionsstube.

Ein Haiku von Gabriele Hartmann erhielt in der anonymisierten Wertungsrunde schließlich die meisten Punkte. Wir gratulieren! Das Haiku lautet

schwindendes Licht
der alte Förster memoriert
Baumnamen

Ein Haiku, so dürfen wir es lesen, das den Wald als inspirierenden Ausgangspunkt nimmt, denn der Ort kommt nicht zur Sprache, dann jedoch eine neue Richtung wählt und weiterführt zu einem zweiten Thema: dem Älterwerden, der Vergänglichkeit. So scheint uns aus der ersten Zeile sogleich „schwindendes Licht“ entgegen, ein Licht wie zu Tagesende, etwas vergeht, eine Zeit läuft ab. Der Förster ist „alt“ somit auch im (Spät-)Herbst seines Lebens, und er „memoriert Baumnamen“. Das mag auf den ersten Blick irritieren, dem Schreiber dieser Zeilen erging es jedenfalls so, doch spürt man sogleich das innere Gefüge, die inneren Zugehörigkeiten und Zusammenhänge. „der alte Förster memoriert Baumnamen“. Warum eigentlich? Als erfahrener Experte sollten ihm die Namen der Bäume doch geläufig sein. Zu vermuten und zu befürchten ist, dass der Förster nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist, er ist krank, die Kräfte schwinden wie das Licht in Zeile eins. Hier taucht es zum zweiten Mal auf, das Motiv der Vergänglichkeit. Das ist poetisch schon gut erschaffen, wäre allein aber noch nicht gut genug. Und so tritt uns etwas Weiteres entgegen, etwas Gegenläufiges, Gegensätzliches, das dem Haiku eine innere Spannung gibt und es ins Meisterliche hebt: Es ist das Aufbegehren, das Sich-zur-Wehr-setzen, die Weigerung, sich dem Schicksal (der Erkrankung) einfach zu ergeben. Diese Weigerung findet Ausdruck im Memorieren, einem Erinnerungstraining, das dem Verfall trotzig entgegengesetzt wird. Dass sich diese Gegenwehr der Überlegenheit des Vergänglichen eines Tages wird beugen müssen, denn alles ist unentrinnbar vergänglich, mischt den Zeilen noch ein tragische dunkle Note bei. Das Haiku selbst indes leuchtet hell als ein Kleinod seiner Gattung.

Kommentiert von Horst-Oliver Buchholz
erst: Sommergras 138, Hrsg. Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.

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neu am 1. September 2022
Ein Tanka, das mich besonders anspricht

nach all den Jahren
dieses tiefe Vertrauen –
und doch taste ich
in den Serpentinen
nach dem Griff der Beifahrertür

Gabriele Hartmann

Hier sind zwei Personen im Auto unterwegs. Es wird nicht deutlich, was das für Personen sind. Ich könnte mir ein Paar, das in einer Beziehung lebt, vorstellen, es könnten aber auch Freunde sein. Sie kennen sich schon lange und vertrauen einander, oder zumindest vertraut die Person auf dem Beifahrersitz der Person auf dem Fahrersitz.
Wie Schiller sagte: „Das Vertrauen wird kommen, hat jeder erst seine Sicherheit.“
Doch was ist, wenn diese Sicherheit nicht mehr gegeben ist? „in den Serpentinen“ – allein bei diesem Satz wird auch mir mulmig, und ich kann das Tasten nach dem Griff der Beifahrertür sehr gut verstehen. Das gibt wieder Sicherheit, obwohl es ja nur eine trügerische Sicherheit ist. Denn im Falle eines Unfalls oder Sturzes hilft dieser Griff nicht wirklich, er schützt nicht vor Schaden.
Im Grunde ist dieses Tasten nach dem Griff der Beifahrertür eine rein emotionale Angelegenheit und sehr menschlich. Die Person auf dem Beifahrersitz muss kein schlechtes Gewissen haben. Angst ist kein Vertrauensbruch.

Ausgesucht und kommentiert von Silvia Kempen
erst: Sommergras 138, Hrsg. Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.

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neu am 1. September 2022
drei Haiku von Gabriele Hartmann

schwindendes Licht
der alte Förster memoriert
Baumnamen

As Time Goes By
im Sperrmüll entdecke ich
die Vergangenheit

nächtlicher Donner – wie vertraut wir uns sind

erst: Sommergras 138, Hrsg. Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.

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neu am 1. September 2022
ein Tanka von Gabriele Hartmann

nach all den Jahren
dieses tiefe Vertrauen –
und doch taste ich
in den Serpentinen
nach dem Griff der Beifahrertür


erst: Sommergras 138, Hrsg. Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.

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neu am 1. September 2022
zwei Haibun von Gabriele Hartmann

(Ent-) Spannung

Bald haben wir Vollmond. Ich warte auf ihn. Nacht für Nacht verfolge ich die Zeiger meiner Schlaflosigkeit, um am Morgen traumfaul weiterzudösen.

Kranichrufe
die Wolkendecke
reißt

***

Ansprache & Meditation

Ich komme gerade vom Gartenfrühstück mit sieben Frauen. Der Garten selbst – eine unendliche Vielfalt von Blüten & Käfern. Die Damen – erregt, man hat sich lange nicht gesehen. Jede hat zwischenzeitlich etwas erlebt. Eine brüllte immer wieder: Ich will Euch jetzt was erzählen … Alles ging wild durcheinander. Einmal kam ich auch zu Wort.

Wie ruhig der Garten doch lag im Morgenlicht.

Ich war es, die wieder als erste ging.

Endstation
der letzte Wagen
abgekoppelt

erst: Sommergras 138, Hrsg. Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.


neu am 1. September 2022
ein Haiga von Gabriele Hartmann

Van Goghs Sonnenblumen

Von Goghs Sonnenblumen
wieder bleibt mein Versuch
im Pigment stecken


erst: Sommergras 138, Hrsg. Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.

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neu am 1. September 2022
4 Tan-Renga Michaela Kiock

Kamasutra
in ihrer Stimme
der Duft von Honig

wir entdecken
die Erstausgabe

MK / GH

Steillage
das reife Blau zwinkert
mir zu

zwischen meinen Lippen
der Geschmack von Sonne

GH / MK

in der dritten Stunde
über dem Stau
ein Stern

wir meiden
die knarrende Stufe

MK / GH

Abendröte
wir erschaffen
die Stille

im Spiel des Windes
die Hülle einer Zikade

GH / MK

erst: Sommergras 138, Hrsg. Deutsche Haiku-Gesellschaft e. V.

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Und wo sind jetzt die all schönen Beiträge vor dem 1. September 2022?

Die waren nicht mehr neu genug für NEU.

Tipp:

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Viel Freude beim Stöbern wünscht

Gabriele Hartmann