Neu

Was heißt denn hier Neu?

Neugierige kosten ein Appetithäppchen, Stammgäste können auf einen Blick erkennen, ob einzelne Haiku, Tanka, Haiga oder Haibun von Georges oder Gabriele Hartmann neu veröffentlicht wurden, welches neue Buch der bon-say-verlag gerade herausgegeben hat, ob schon eine Rezension erstellt wurde und vieles mehr.

Allerdings ist nach spätestens drei Monaten auch das Neue nicht mehr neu genug und wird aus dieser Auflistung verschwinden.

Welche Veranstaltung man sich vormerken sollte, sehen Sie unter Termine.

Tipps:
Öfter mal reinschauen, damit Sie nichts verpassen.

Und wenn Sie gerne weitere Haiku, Tanka und Co lesen wollen, klicken Sie unter Verlag die Buchcover an. Dort sind Leseproben und Rezensionen hinterlegt. Und alle Haiga finden Sie unter Markt.

Viel Vergnügen wünscht

Gabriele Hartmann

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neu am 15. Januar 2021
ein Haiga von Gabriele Hartmann

Grenzüberschreitung
Grenzüberschreitung
im einem anderen Leben
war ich du


erst: www.haiku-heute.de; Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 15. Januar 2021
ein Haiku von Gabriele Hartmann


Neujahrsmorgen – Teeblätter entfalten sich


erst: www.haiku-heute.de; Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 15. Januar 2021
eine Rezension von Rüdiger Jung zu

mehr als nur der Winter
Tan-Renga von Tony Böhle & Gabriele Hartmann
handgearbeitetes Origami-Booklet, geschnitten und gefaltet von Din A4 zu Din A8
2020 im bon-say-verlag

Mir selbst gefallen besonders die Tan-Renga in der Mitte:

aufblühender Mohn
allmählich werde ich
blasser und blasser

die Seide ihres Kimonos
brüchig wie sein Wort

TB / GH

Mir gefällt das Indirekte – das „blasser“-werden bedingt in Wirklichkeit der „Mohn“. Mir gefällt Gabriele Art, das aufzunehmen und zugleich ihr persönlicher Bild zu transponieren. Und mir gefällt, dass die Ambivalenz das wertende „brüchig“ übersteht: der Reiz des Gegenübers („aufblühender“) ist immer noch da.

Sommerregen
die Frau am Fenster
birgt das Gesicht

wohlwissend, wenn er ruft
wird sie wieder kommen
GH / TB

Auch hier das Naturphänomen, das transponiert wird. Nicht der „bloße“ Sommerregen, ein Abschied scheint auf – und der Versuch, damit umzugehen, Und wieder der Erhalt der Ambivalenz. Ein Grundton der Enttäuschung und gleichwohl unbeschadet das Nicht-voneinander-los-kommen-Können (und Wollen!).

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neu am 6. Januar 2021
ein Haiku von Gabriele Hartmann


two fingers wide
the evening sun is sinking
into scotch

veröffentlicht von Ralf Bröker in Haiku per Diem auf
www.thehaikufoundation.org

zwei Fingerbreit
die Abendsonne versinkt
in Scotch

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neu am 1. Januar 2021
ein Haiga von Gabriele Hartmann

verflochtene Blicke


verflochtene Blicke
immer, sagst du
immer

erst auf Haiga im Focus; Hrsg. Claudia Brefeld

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neu am 1. Januar 2021
das aktuelle querformART Januar 2021

unscharf? Das ist nur ein Foto … aber

Hier können Sie die Januar-Ausgabe von querformART als PDF herunterladen.

unscharf? Das ist nur ein Foto … aber

die Dezemberausgabe von querformART können Sie hier als PDF herunterladen:

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Und … querformART kann man hier per E-Mail an info@bon-say.de abonnieren!


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Das neue Buch Auf verschlungenen Pfaden ist ab sofort lieferbar!

auf verschlungenen Pfaden


Foto-Tan-Renga und Renhai von Gabriele Hartmann und Angelika Holweger
SBN 978-3-945890-27-1, Hardcover, Fadenbindung, Naturpapier, Format 13,5 cm x 21,5 cm, 56 Seiten. 14,00 €.

Brigitte ten Brink
Auf verschlungenen Pfaden
Rezension

Wer dieses Buch in die Hand nimmt, dem fällt schon, bevor auch nur die erste Zeile gelesen wurde, das künstlerisch anspruchsvolle und wunderbare Layout von Gabriele Hartmann auf. Das nach einem Foto von Angelika Holweger gestaltete Cover in Grün- und Gelbtönen weckt Assoziationen an Bashôs Froschteich, der Titel „Auf verschlungenen Pfaden“ weist auf Geschichten, die ergründet und gefunden werden wollen und die verschiedene Lesarten zu lassen, je nach Betrachtungsfocus und Stimmung des Lesers. 

Das Besondere an den Tan-Renga-Haiga ist, dass die Texte nicht in die eigentlichen Bilder eingefügt sind, sondern darunter in die transparenten Spiegelungen dieser Bilder. Diese Spiegelungen wiederholen sich, wiederum gespiegelt, am unteren Rand der jeweils gegenüberliegenden Seiten mit den Renhai – eine Gestaltung, die das Buch allein schon beim Durchblättern zu einem visuellen Genuss macht. Auf jeweils vier Seiten Augenschmaus mit großem Lesegenuss folgt eine Doppelseite Lesegenuss pur mit je einem Renhai auf einer Seite. Die Kürzel „AH“ für Angelika Holweger und „GH“ für Gabriele Hartmann geben Auskunft über die Autorenschaft der Verse. Auf den insgesamt 56 Seiten findet der Leser 16 Tan-Renga-Haiga und 31 Renhai.

Für die künstlerische Gestaltung und Herausgabe dieses Buches wurde Gabriele Hartmann durch die Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur ein Projektstudium gewährt.

Das Buch beginnt, was mir persönlich sehr gut gefällt, mit einem Tan-Renga-Haiga, das den unterschiedlichen geografischen Lebensräumen der beiden Autorinnen Rechnung trägt. Angelika Holweger (AH) wohnt im Süden Deutschlands, Gabriele Hartmann (GH) in der Mitte der Republik, was sich, wenn es gewollt ist, schon mal im sprachlichen Ausdruck niederschlagen kann.

beim Christeele
in seim Lädele eikaufe
für d Kender de graischt Fraid

einander zugeneigt
Vogel und Fisch

AH / GH


Das dazugehörige Foto von Gabriele Hartmann zeigt zwei Holzmasken, die wiederum gut zur „Schwäbisch-Alemannischen Fasnet“ passen würden. Besonders bei den Narrenzünften rund um den Bodensee gibt es Masken, die an Vögel und Fische angelehnt sind. 

Das Buch enthält durchweg starke Texte, mit starken Versen, die oft alleine als Haiku stehen könnten. 


so viel Licht

schweißnasse Haut
eng umschlungen tanzen 
zwei Schatten

so viel Licht auf ihren Flügeln
wähle Blende 4

Sternschnuppen
aus der alten Kapelle
himmlische Klänge

GH / AH GH / AH


Ein Renhai beginnt, mit der ersten, fett gedruckten Zeile des zweiten, mittleren Verses. In diesem Fall schrieb sie Angelika Holweger (AH). Gabriele Hartmann (GH) ergänzte die zweite Zeile dieses Verses. Daraufhin verfasste AH den dritten Vers und erst danach GH den ersten, den Anfangsvers. 

Die Leidenschaft des ersten Verses, wenn von oben nach unten gelesen wird, weicht im zweiten Vers der sachlichen Überlegung, bei einem Foto die richtige Blende zu wählen, um den Glanz der Flügel einzufangen. Im letzten Vers dann endet sie in einer Nacht voller sinnlicher und spiritueller Eindrücke. In der Reihenfolge der Entstehungsgeschichte des Renhai liest es sich umgekehrt: Erst wird das Licht auf den Flügeln (ein religiöses Symbol oder ein Symbol für die Gotteskraft?) mit einer Kamera eingefangen, dann endet die fast schon sakral wirkende Nacht in Leidenschaft.

Es ist jedoch vollkommen gleichgültig, in welchem Ablauf die Renhai gelesen werden, von oben nach unten, d. h. vom ersten bis zum dritten Vers oder in der Reihenfolge ihrer Entstehung, sie hinterlassen in jedem Fall einen nachhaltigen Eindruck.

Alle Texte in diesem Buch verbinden, wie oben im Beispiel gezeigt, Spiritualität, Emotionalität, Naturereignisse und -schauspiele mit alltäglichen und aktuellen Situationen. Gefühle und Erinnerungen, Familie und andere Beziehungen, Märchenhaftes und Überliefertes und nicht zu vergessen die Musik finden ihren Platz in den Versen der Autorinnen.


verbrämte Worte

so viele Sterne 
auf den Flaggen – 
überall Himmel

Mutters Bone China
die Wolken tragen Goldlitzen

verbrämte Worte
der Diktator sagt
er wolle nur ihr Bestes

AH / GH AH / GH


Hier steht ein Kaffeetisch mit edlem Porzellan, so zart mit seinem leuchtenden Goldrand wie Wolken beim Sonnenuntergang, als Gegenentwurf zur politischen Realität, in der ein Diktator das Volk auf seine Linie einschwören will. Und dieses Volk schwenkt bereitwillig seine Fahnen mit den vielen Sternen und glaubt an den Himmel. Ich denke beim Lesen sofort an Amerika und einen Präsidenten, der sich an der Macht halten will, indem er das Blaue vom Himmel lügt, aber auch an andere Staaten, in denen Politiker die Alleinherrschaft an sich reißen wollen. 

In den Renhai „ohne Maske“ und „geschwätzig“ wird die derzeitige Realität in lyrischer Form und drei Versen auf den Punkt gebracht.


ohne Maske

Dona nobis pacem
wir singen 
ohne Maske

ob sie lächelt?
verschleiert ist Luna

tiefe Verneigung
der Chef de Rang begleitet uns
zur Tür

AH / GH AH / GH


geschwätzig

neue Tweets
im Minutentakt – die Menschheit
hält den Atem an

abends die geschwätzigen Spatzen
aus dem bunten Efeu

sie erzählt Spukgeschichten …
viel zu oft füllt er 
unsere Gläser

GH / AH GH / AH


Grandios wie Angelika Holweger und Gabriele Hartmann ihre Gedanken auf vielen Ebenen spielen lassen, sie miteinander verknüpfen und dem Leser so wunderbare und vielschichtige kleine Geschichten aus dem Leben und über das Leben erzählen. 

Zum Abschluss hatte ich vor, einen Lieblingstext zu zitieren, doch es sind mir so viele ans Herz gewachsen, dass es mir unmöglich ist, einem einzigen den Vorrang zu geben. 

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neu am 15.12.2020
ein Haiga von Gabriele Hartmann

Inselbegabung

Inselbegabung
er navigiert
durchs Kinderzimmer


erst: Haiku-Heite.de; Hrsg. Dr. Volker Friebel

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die neue Grußkarte

nach einem Original-Aquarell von Gabriele Hartmann

Winterwald

Winterwald

nach einem Original von Gabriele Hartmann
Grußkarte, A 6, Rückseite gespiegelt, innen etwas weniger Farbe als außen … ein Traum!
Mit einem Haiku von Gabriele Hartmann …

auf dem Weg
ein Leuchten — im Wald
wird Weihnacht


… auf dem Einlageblatt und einfachem Umschlag,
einzeln 1,50 € oder preiswert im Zehnerpack für 10 €.

Einfach per E-Mail bestellen.

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neu am 15. November 2020
zwei Haiku von Gabriele Hartmann

zitternd im See
der Mond – du fragst mich
wer ich lieber wäre

was ich auch sage
gekräuselt die Oberfläche
des Sees

erst: haiku-heute.de; Hrsg. Dr. Volker Friebel

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neu am 14. November 2020
eine Tanka-Sequenz von Gabriele Hartmann


geschrumpft
Sequenz

in der Pubertät
begann ich Worte
Worte zu wiederholen
damit sie sich entfalten konnten
zu sinnfreiem Klang

zum Klassentreffen – nach 47 Jahren –- 
werden nicht alle kommen … so viele Namen sind geschwärzt

gehe ich heute 
durch die Gassen meiner Stadt
kommt alles kleiner
mir vor – selbst Schatten
scheinen geschrumpft

meine Wünsche? die hehren Ziele?
noch immer möchte ich Cabrio fahren

wer auch immer 
wir waren – lass uns noch werden 
wie wir sein wollten
damit unsre Geschichten 
man einst erzählt am Kamin

erst: einunddreissig.net ; Hrsg.: Dr. Tony Böhle

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neu am 14. November 2020
zwei Tanka von Gabriele Hartmann


zuletzt bleibt 
die Angst eines Tages 
festzustellen
dass du mich lieber magst 
als ich dich

Herbst ist es
geworden und Kürbisse
schnitzend
beargwöhne ich meine
im Bottich schwimmende Fratze

Tony Böhle schreibt hierzu:

Der Herbst ist vielleicht die Jahreszeit, die uns mit ihren bunten fallenden Blättern am deutlichsten den Wandel der Natur und die Vergänglichkeit vor Augen führt. Auch die kürzer werdenden Tage mit Dämmerung und wabernden Nebeln schaffen eine ganz besondere, manchmal unbehagliche Stimmung des Abschieds, Bedrückung und wohl auch Ängstlichkeit.

An einen solchen Herbsttag versetzt uns das oben stehende Tanka, das mit der nüchtern anmutenden, aber recht wehmütigen Bestandsaufnahme „Herbst ist es / geworden“ beginnt. Doch die Einordnung wird im Folgenden noch konkretisiert durch den Verweis „Kürbisse / schnitzend“. Zwar sind Kürbisse im Supermarkt nahezu das ganze Jahr über erhältlich, doch werden Sie wohl nur kurz vor dem Halloween-Fest am 31. Oktober mit Schnitzereien verziert. Auch wenn hierzulande die Brauchtümer des Verkleidens und Süßigkeitensammelns an diesem Tag noch nicht so weit verbreitet sind wie in den angelsächsischen Ursprungsländern des Halloween-Fests, findet man ausgehöhlte Kürbisse mit mehr oder weniger kunstvoll eingeschnitzten Gesichtern – oder auch Fratzen –, die dem Betrachter Schauer einjagen sollen in immer mehr Vorgärten, Hauseingängen und Fenstern. So ist das Kürbisschnitzen in dieser Zeit nicht ungewöhnlich, wenngleich sie das Entfernen der Innereien und die Färbewirkung des Kürbisses recht mühsam und schmutzig machen. Nach vollendeter Arbeit ist es daher wohl ratsam, den ausgehöhlten und verzierten Kürbis in einem „Bottich“ mit Wasser gründlich zu reinigen.

In diesem Kontext eröffnet das Tanka mit beißender Selbstironie und Resignation einen fast surrealen Blickwinkel. Die „im Bottich schwimmende Fratze“ wird durch das vorangestellte Pronomen „meine“ nicht nur zum kritischen Blick auf den geschnitzten Kürbis sondern auch auf das eigene Gesicht, welches sich auf der Wasseroberfläche spiegelt. Dieses Beargwöhnen der eigenen „Fratze“ mag ihre Begründung vielleicht schon in den ersten beiden Zeilen „Herbst ist es / geworden“ finden, in denen der Herbst auch symbolisch für das Erreichen eines Lebensabschnitts steht, in dem – gefühlt – die eigene Attraktivität schwindet und das Gesicht zu einer ungeliebten Fratze wird, das anderen Menschen und insbesondere Männern einen Schauer einjagt.

In diesem Zusammenhang sollten auch die Umbrüche im Tanka beachtet werden, die zwar äußerlich eine klassisch-harmonische Tanka-Form im kurz-lang-kurz-lang-lang Schema zutage treten lassen, aber inhaltlich eher unharmonisch, als eine Art Untermalung des Fratzengedankens, daherkommen.

erst: einunddreissig.net ; Hrsg.: Dr. Tony Böhle

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neu am 5. November 2020
www.bon-say.de
ein Haiku von Gabriele Hartmann

im Gleichgewicht
ein Eulenschrei und der Mond
… gibt es nichts?

erst: Kukai24, Hrsg.: Stefan Wolfschütz

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neu am 1. November 2020
ein Haiga von Gabriele Hartmann

vielleicht

Und wo sind jetzt die all schönen Beiträge vor dem 1. November 2020?

Die waren nicht mehr neu genug für NEU.

Tipp:

Alle veröffentlichten Haiga finden Sie unter Markt / Haiga: http://bon-say.de/haiga/

und alle herausgegebenen Bücher mit ihren Rezensionen unter Verlag / Genre / Alle: http://bon-say.de/genre/

oder unter Verlag / Autoren / Alle: http://bon-say.de/autoren/

Viel Freude beim Stöbern wünscht

Gabriele Hartmann